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  • Alex

Naturwein: Eine Frage des Geschmacks?

Aktualisiert: 11. Dez. 2021



Anfangs überraschen Naturweine häufig wegen ihres besonderen Geruchs und Geschmacks:


Bei Weißweinen fällt oft mal das ausgeprägte Säuregerüst auf. Säuren sind einer der wichtigsten Geschmacksbegleiter für uns Menschen in der gesamten Ernährung. Bemerkbar wird das am schnellsten bei Früchten: Ein guter Apfel zeichnet sich durch ein von erfrischender Säure unterlegtes Aroma aus. Ohne Säure wird Obst langweilig, charakterlos, geschmacksarm. Beim Naturwein ist es ähnlich: Biologisch gepflegte Weintrauben bilden im Lauf der Jahre einen höheren Säuregrad aus, der sie gegen Krankheiten resistenter macht. Und diese Säuren (es gibt an die 30 unterschiedliche) spiegeln sich im Naturwein geschmacklich wider.


Beim Rotwein fällt neben der besonderen Fruchtigkeit manchmal der „Redox“-Effekt (frz.

réduction) auf: Dadurch, dass bei der Weinbereitung der Kontakt mit dem in der Luft vorhandenen Sauerstoff im Wein klein gehalten werden muss (Stichwort: ungeschwefelter Wein + Sauerstoff verwandelt sich langsam zu Essig), brauchen manche Rotweine im Glas länger, um sich zu entfalten: Leicht „stinkige“ Noten am Anfang verschwinden nach ein paar Minuten bei Kontakt mit der Luft.


Spannend ist, dass man nach einer gewissen Trinktrainingszeit auf Anhieb erkennt, ob es sich um einen lebendigen Naturwein oder um einen toten konventionellen Wein handelt. Naturwein schmeckt dynamisch und ausdrucksstark, zerschwefelter Wein stumpf und verhalten.

Wir dürfen nicht vergessen, dass unser Gaumen jahre– oder jahrzehntelang von konventionell

gemachtem Wein geprägt, gewissermaßen „verzogen“ wurde: Naturwein ruft dazu auf, unsere Geschmacksvorstellungen von Wein zu erweitern, weil er uns ein breiteres Spektrum bietet, das es zu erschmecken gilt.











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